Es gibt Musik, die einem einen sicheren Boden anbietet. Und es gibt Musik, die diesen Boden immer wieder ein Stück verschiebt.
In Manuel de Fallas El amor brujo spüren wir genau das.
Im Mittelpunkt des Werkes steht Candela. Sie liebt Carmelo und wird zugleich vom Geist eines früheren Liebhabers verfolgt, der sie nicht freigeben will. Liebe erscheint hier nicht als ein einziges, klares Gefühl. Sie ist Erinnerung, Begehren, Eifersucht, Schmerz, Feuer und schließlich Befreiung.
Auf deeper insight spielen wir Pantomima und Canción del amor dolido, das „Lied der schmerzenden Liebe“.
Was mich an dieser Musik besonders beschäftigt, ist ihre körperliche Unruhe. Rhythmen wiegen und drängen, halten plötzlich zurück und kippen wieder nach vorn. Man kann sich nicht bequem in ihnen einrichten. Die Musik verlangt, dass wir ihre Spannung nicht glätten.
Das ist beim Spielen schwieriger, als es klingt. Der Wunsch nach Kontrolle führt schnell dazu, Unregelmäßigkeiten sauberer und berechenbarer zu machen. Doch gerade dabei würde etwas Wesentliches verloren gehen.
Präzise sein, ohne die Musik zu beruhigen.
Vielleicht erzählt El amor brujo deshalb nicht nur eine Geschichte von Liebe und Befreiung. Das Werk stellt auch eine musikalische Frage: Wie viel Unsicherheit kann man zulassen, ohne den Halt zu verlieren?
Die beiden Sätze auf deeper insight: https://music.apple.com/de/album/deeper-insight/6810140889


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