Satumaa bedeutet „Märchenland“. Gemeint ist ein fernes Land jenseits des Meeres, an dem das Glück wartet – und das nur in Gedanken erreichbar bleibt.
Schon der Weg zu den Noten passte erstaunlich gut zu diesem Sehnsuchtsort. Wir fanden jemanden, der jemanden kannte, der wiederum jemanden fragen konnte. Irgendwann erreichte uns das Material über einen privaten Kontakt.
Beim Spielen entstand eine weitere Besonderheit. Elke übernimmt die Melodie auf der Bassklarinette. Meine Begleitung liegt am Akkordeon häufig darüber. Die gewohnte Ordnung scheint sich dadurch umzukehren: Die tiefe Stimme steht im Zentrum, während sich die höheren Klänge um sie legen.
Für mich entstand dabei das Bild einer totalen Sonnenfinsternis. Die Bassklarinette ist die dunkle, gegenwärtige Mitte. Das Akkordeon umgibt sie wie eine leuchtende Korona. Es tritt nicht als große harmonische Fläche auf, sondern als Lichtsaum um einen anderen Klang.
Dieses Bild hat verändert, wie ich das Stück spiele. Ich begleite nicht einfach eine Melodie. Ich versuche, einen Raum um sie entstehen zu lassen.
Dann bricht Satumaa plötzlich auf: Der Tango wird rhythmischer, bewegter und beinahe ausgelassen. Das Sehnsuchtsland bleibt also nicht in einer einzigen Farbe.
Vielleicht ist Sehnsucht genau das: kein bloßes Vermissen, sondern ein innerer Ort mit einer erstaunlich reichen Landschaft.
Satumaa auf deeper insight: https://music.apple.com/de/album/deeper-insight/6810140889


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